Home Events Permakultur 3-Tages-Seminar Permakultur FOKUS Waldgarten – FÄLLT AUS (krankheitsbedingt)

3-Tages-Seminar Permakultur FOKUS Waldgarten – FÄLLT AUS (krankheitsbedingt)

Nach welchen Prinzipien ist ein Waldgarten gestaltet und aufgebaut?

Nach dem Seminar können die Teilnehmer beginnen, ihren eigenen Waldgarten zu planen und umzusetzen.

Neben den Grundlagen soll der Schwerpunkt des Kurses die praktische Anwendung des Wissens sein und auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie gehe ich bei der Planung vor?
  • Welche Pflanzen setze ich wie, wann und warum an welche Stelle im Garten?
  • Woher bekomme ich diese?
  • Wie kann ich meinen Pflegeaufwand geringhalten, aber gleichzeitig produktiv und effizient gärtnern?
  • Wie und wo nutze ich eigentlich welche vorhandenen Ressourcen am besten?

 

Seminarkosten 3 Tage 400 EUR (inkl. Übernachtung, Verpflegung und Fördermitgliedschaft)

Wir empfehlen den Kurs als dreitägiges Gesamtpaket, er ist aber so konzipiert, dass auch nur einzelne Tage sinnvoll besucht werden können.

Seminarkosten pro Tag 125 EUR (inkl. Verpflegung und Fördermitgliedschaft, ohne Übernachtung)

Anmeldungen unter: kontakt@gaudiuminvita.org

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Forsthaus Lüsche, Steinhorster Str. 2, 29367 Steinhorst, Ortsteil Lüsche

 

Dozenten

Jörn Müller ist durch seinen Drang zur Nachhaltigkeit über die Jahre vom Kulturwissenschaftler über den Baumpfleger und den Gartenbauer zur Permakultur gekommen. Heute wendet er als Waldgärtner deren Prinzipien auf das Design, die Planung und Umsetzung von Ökosystemen für den menschlichen – und vor allem enkeltauglichen – Nutzen an. Besonders prägend war für ihn der Forest Garden Design Course bei Martin Crawford im südenglischen Dartington, einem der ältesten Waldgartensysteme im gemäßigten Klima. Zuletzt übersetzte er dessen Waldgarten-Handbuch Creating A Forest Garden (erscheint im Juni 2021 bei OLV). Er experimentiert seit 2017 im Grünheck, einer Fläche im nordbadischen Dossenheim mit Waldgartenprinzipien und Pflanzengemeinschaften, Techniken für geschlossene Ressourcenkreisläufe wie Kompostierung, Mulchwirtschaft und Pflanzenkohle, und vermehrt für Waldgärten besonders geeignete Nutzpflanzen.

Aus diesem Interesse entstand permagrün, unter diesem Namen bietet er die Gestaltung von Ertragssystemen vom Design bis hin zur Umsetzung an und betreut mehrere Waldgarten-Projekte. Die Vermittlung dieses Wissens durch Bildungsveranstaltungen ist ihm ein jüngeres Anliegen, das mit dem höheren Ziel einhergeht, die regenerative Landwirtschaft zu fördern.

 

Marc-Robin Lückert ist studierter Biologe und Agrar-Ingenieur, gibt deutschlandweit Seminare zu Permakultur und Waldgärten, arbeitet nebenberuflich als Baumpfleger und vertreibt Pilzstämme aus eigener Zucht.

Bereits vor Verfassen seiner Masterarbeit mit dem Thema: ”Entwurf eines Waldgartens zur subsistentiellen Selbstversorgung eines ökologischen Modellprojektes”, ist er inspiriert von ganzheitlichen Lebensweisen. Seine Visionen erweckt er mit seinem Unternehmen Wald.Farm für und mit Interessierten aus dem privaten Bereich, aber auch für Städte und Gemeinden zum Leben.

Auf Reisen stieß er früh auf den Begriff Permakultur, welcher ihn prägte. Seither bewirtschaftet er einen eigenen Waldgarten und baut eine (Raritäten)-Baumschule auf. Nicht zuletzt durch sein Studium der Ökologischen Landwirtschaft ist er aktiv in Forschung, Bildung und Beratung für nachhaltige Landnutzung, wie die Regenerative Landwirtschaft und Agrofortsysteme, mit dem Ziel die Methoden der Permakultur und der ganzheitlichen Lebensweise zukünftig auch in größerem Umfang umzusetzen.

Mit Projekten wie dem Fiction Forum in Berlin, dem Wir bauen Zukunft-Projektgelände, plant und setzt Robin mit Wald.Farm seine Visionen der Waldgärten und Permakultur auf kleinstem städtischen Raum, sowie auf großen Flächen um. Die ersten Waldgarten-Seminare mit Harald Wedig inspirierten ihn sehr. Zwei Waldgarten-Seminare haben sie bereits gemeinsam bei Wir bauen Zukunft gestaltet. Nach Absprache führt Robin nun das Seminarformat von Harald fort. Robin engagiert sich bei der Gründung verschiedener Lebensgemeinschaften, wie dem Hof Lebensberg, der Fuchsmühle und dem Waldhofprojekt. So teilt und vertieft er seine Erfahrungen stetig und freut sich auch in Zukunft dieses wichtige Wissen vermitteln zu dürfen.

INHALTE DES SEMINARS:

TAG 1: WALDGÄRTEN – GESTALTUNG UND UMSETZUNG

Am ersten Tag sprechen wir über folgende Wissensinhalte und demonstrieren diese beispielhaft in einem Waldgarten:

  • Was sind Waldgärten und wodurch zeichnen sie sich aus?
  • Warum sollte man einen Waldgarten anlegen?
  • Wie sieht der Gestaltungsprozess solch eines Waldgartens aus?
  • Was muss ich bei der Planung beachten und wie sieht die praktische Umsetzung auf der Fläche aus?

TAG 2: WALDGÄRTEN – DESIGNPROZESS UND POLYKULTUREN

Einen Tag später wollen wir uns durch Praxiserfahrung folgenden Themen annähern:

DESIGNPROZESS: Wir zeigen wie durch eine Standortanalyse wichtige Daten gesammelt werden und wie man mit Karten und Plänen arbeitet. Wir sprechen über die verschiedenen Planungsschritte wie die Arten- /Sortenwahl und die Platzierung der Pflanzen, sowie die Arbeiten die bei der konkreten Umsetzung anfallen (Wasser, Erdarbeiten, Infrastruktur, etc.).

POLYKULTUREN: Den Aufbau solcher multifunktionalen Pflanzengesellschaften zeigen wir an Beispielen vor Ort und gestalten spielerisch eigene Polykulturen. Darüber hinaus geben wir Tipps zu Pflanzung, Pflege und Vermehrung.

TAG 3: WALDGÄRTEN – BODEN, RESSOURCEN UND KREISLÄUFE

Am zweiten Praxistag beschäftigen wir uns mit der Bodenpflege und üben einen ganzheitlichen Blick auf Ressourcenkreisläufe. Energie in jeglicher Form (Nährstoffe, Wasser, Sonne, Wind, Wissen…) kann durch eine Vielzahl an Methoden und Techniken nutzbar gemacht werden.
Die wohl wichtigste Ressource für jeden Gärtner ist der Boden, deshalb wollen wir an diesem Tag gezielt über Ansätze zum Aufbau und der Pflege unserer Böden sprechen. Detaillierter und an praktischen Beispielen gezeigt behandeln wir zwei Themenbereiche: Einerseits Mulch- und Kompostierungstechniken, Herstellung von Pflanzenkohle und Erdenherstellung, andererseits die Kultivierung von Speise- und Medizinalpilzen im Garten.

VERANSTALTUNGSTECHNISCHES:

Wir empfehlen den Kurs als dreitägiges Gesamtpaket, er ist aber so konzipiert, dass auch nur einzelne Tage sinnvoll besucht werden können. Zum Grundlagen-Kurs wird allen Teilnehmern ein Skript (nützliches Grundlagen-Handbuch mit vielen Links und Verweisen) zur Verfügung gestellt. Auch Personen die nur Praxistage buchen erhalten dieses Skript vorab. Die Praxistage beginnen dann mit einem “invertierten Klassenzimmer”, das heißt die erste Stunde ist zur Klärung aller Fragen und Unklarheiten die aus dem Skript entstanden sind reserviert.

Die Kurse finden im Freien statt. Also bitte wettertauglich ausgerüstet und zur Gartenarbeit angezogen kommen, mitzubringen sind Schreibzeug & Unterlagen. Für das leibliche Wohl ist an allen Tagen gesorgt.

Menschen die gern am Kurs teilnehmen möchten, für die der Beitrag aber ein Hindernis darstellt, sind eingeladen in Kontakt zu treten um eine andere Vereinbarung zu finden.

 

Permakultur – Fokus Waldgarten – Hintergründe

Der Begriff Permakultur entspringt einer Wortschöpfung der beiden Australier Bill Mollison und David Holmgren, die aus „permanent“ und „agriculture“ [eng.] den Begriff zusammenfügten und so das Wort „Permaculture“ entstand, was so viel bedeutet wie: „permanente Landwirtschaft“. Dies veröffentlichten sie im Jahr 1978 in ihrem Buch „permanent agriculture“. Grundsätzlich beschrieb der Begriff eine langanhaltende, nachhaltige, sich selbst zu großen Teilen erhaltende alternative Form der Landwirtschaft welche auf Kreislaufsystemen, Wertschöpfung, Multifunktionalität und sich positiv ergänzenden Pflanzen („benificial plants“), Tieren und Pilzen basiert. Der Mensch sollte hierbei nur den lenkenden Faktor darstellen anstatt das System komplett zu dominieren. Heute werden unter dem Begriff auch Aspekte wie Umweltplanung, Energieversorgung, Abfallmanagement, Gewässerschutz und eine grundsätzliche Lebenseinstellung verstanden. Dabei sollen soziale und ethische Anliegen eine ebenso große Bedeutung haben. „Das grundlegendste Prinzip von Permakultur ist es, nützliche Verbindungen zwischen verschiedenen Elementen eines Systems herzustellen, damit möglichst viele Bedürfnisse aus dem System selbst heraus gedeckt werden können“ (WHITEFIELD 1995, S.9). Jedes Element unterstütze produktiv mehrere andere. Neben der weitgehenden Selbstversorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ist ein weiteres Ziel auch die sparsame, effektive Nutzung der immer knapper werdenden Ressourcen und die Schaffung von ausgeglichenen, gesunden, sich im Gleichgewicht haltenden Ökosystemen. Diese zukunftsweisenden Ideen sollen in diesem Seminar experimentell umgesetzt und angewendet werden. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Waldgarten, welchen wir in den drei Seminartagen genauer beleuchten möchten.

Als Waldgärten bezeichnet man diverse und resiliente Ökosysteme, die vor allem dem Nahrungsertrag dienen, nebenbei aber viele andere Funktionen für Mensch und Umwelt erfüllen. Wie man solche Systeme gestaltet und in Einklang mit der Natur entwickelt, vermitteln wir in diesem praxisnahen Seminar.

Wälder gehören zu den effizientesten Ökosystemen dieses Planeten, will man also auf natürliche und nachhaltige Art sein Land nutzen, dann liegt es nah, die natürliche Entwicklung eines Waldes nachzuahmen. Ein Anwendungsbeispiel dafür ist der “Waldgarten”. Unter ‘Waldgärtnern’ oder ‘forest gardening’ versteht man die Anwendung von Gestaltungsprinzipien, nach denen solche Ökosysteme im Haus- oder Schrebergarten erschaffen werden können. Demnach können Waldgärten nicht nur hocheffiziente Ertragssysteme sein, sondern gleichzeitig auch viele andere Funktionen erfüllen: Ein Waldgarten kann ein naturschöner Ertragsgarten oder eine produktiv unterpflanzte Streuobstwiese sein, die nebenbei als Wildbiotop, Klimaausgleich, Lehr- und Lernort für nachhaltige Lebensweisen, und als Ort für Kreativität, Erholung und Verbindung zur Natur dienen kann.

Je nach Anforderungen der Nutzer kann ein Waldgarten also diverse Elemente enthalten, im Kern trifft jedoch immer zu: Im Design ist immer der Mensch als Nutzer enthalten, der immer untrennbar Teil der Natur ist. Selbsterhaltende, permanente Systeme der Landnutzung können wir nur schaffen, wenn wir aus dieser ganzheitlichen Perspektive mit der Natur kooperieren statt gegen sie zu arbeiten. Die Gestaltungsprinzipien für Waldgärten sind vornehmlich vom Designsystem der Permakultur angeleitet – eine interdisziplinäre “Werkzeugkiste” voller Strategien, Methoden und Techniken, mit denen natürliche Ökosysteme gestaltet und angelegt werden können.

Datum

15 - 17 Okt 2021
Expired!

Uhrzeit

8:00 am - 6:00 pm

Preis

€400.00
Gaudium in Vita - Forsthaus Lüsche

Ort

Gaudium in Vita - Forsthaus Lüsche
Steinhorster Straße 2, Lüsche 29367 Steinhorst, Deutschland
Kategorie
Gaudium in Vita

Veranstalter

Gaudium in Vita
E-Mail
kontakt@gaudiuminvita.org

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E-Mail
robin.lueckert@gmail.com
Website
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